Ein langsamer Onlineshop macht keinen guten Eindruck. Wenn Seiten lange laden, Produkte verzögert angezeigt werden oder der Checkout stockt, verlieren Nutzer schnell die Geduld. Im schlimmsten Fall verlassen sie den Shop, bevor sie überhaupt etwas gekauft haben.
Gerade bei größeren Shopware-Projekten kann die Performance mit der Zeit zum Problem werden. Mehr Produkte, mehr Varianten, zusätzliche Plugins, Schnittstellen zu ERP und PIM oder neue Tracking Tools bringen immer mehr technische Komplexität mit sich.
Die gute Nachricht: In den meisten Shopware Shops gibt es Möglichkeiten, die Performance spürbar zu verbessern.
Die Frage ist nur, wo man anfangen sollte.
Denn ein schneller Shop entsteht nicht allein durch komprimierte Bilder oder einen guten PageSpeed Score. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Shopware, Server, Datenbank, Plugins, Schnittstellen und Frontend.
Was macht einen Shopware Shop langsam?
Wenn ein Shop langsam ist, gibt es selten nur einen einzigen Grund.
Manchmal liegt es an einer schlecht konfigurierten Serverumgebung. In anderen Fällen verursacht ein Plugin zu viele Datenbankabfragen. Auch große Datenmengen, aufwendige Suchanfragen oder zu viel JavaScript im Frontend können die Ladezeit deutlich beeinflussen.
Bei älteren Shops kommt noch ein weiterer Faktor hinzu: Die technische Basis ist über die Jahre gewachsen.
Was vor drei oder fünf Jahren problemlos funktioniert hat, kann bei einem deutlich größeren Sortiment oder mehr Besuchern plötzlich zum Flaschenhals werden.
Deshalb sollte man nicht einfach einzelne Maßnahmen ausprobieren, sondern zunächst herausfinden, wo die eigentliche Ursache liegt.
Shopware aktuell halten
Der erste Blick sollte auf die verwendete Shopware Version gehen.
Shopware entwickelt die Plattform laufend weiter und verbessert dabei auch die Performance. Mit Shopware 6.7 wurden beispielsweise verschiedene Bereiche des Systems optimiert. Dazu gehören unter anderem Datenbankzugriffe, Caching, Indexierung und die Frontend Architektur.
Das bedeutet nicht, dass ein Update automatisch jeden langsamen Shop schnell macht. Es schafft aber eine gute technische Grundlage und kann bestehende Performance Probleme reduzieren.
Vor einem Update sollte immer geprüft werden, welche Plugins und individuellen Anpassungen im Shop vorhanden sind. Besonders bei größeren Projekten können Eigenentwicklungen oder ältere Erweiterungen Auswirkungen auf die Performance haben.
Caching richtig nutzen
Caching gehört zu den wichtigsten Grundlagen für einen schnellen Shopware Shop.
Vereinfacht gesagt muss der Server nicht jedes Mal dieselben Informationen neu berechnen. Häufig benötigte Inhalte können zwischengespeichert und bei der nächsten Anfrage schneller ausgeliefert werden.
Shopware bringt dafür bereits verschiedene Mechanismen mit. Je nach Projekt können zusätzlich Technologien wie Redis, Valkey oder Varnish sinnvoll sein.
Dabei geht es aber nicht darum, möglichst viele Caches einzusetzen.
Viel wichtiger ist die Frage, ob die vorhandene Konfiguration zur jeweiligen Shopware Installation passt.
Wenn beispielsweise der Cache ständig geleert wird oder wichtige Inhalte nicht aus dem Cache ausgeliefert werden können, bringt die beste Infrastruktur wenig.
Plugins können die Performance beeinflussen
Plugins gehören zu Shopware dazu. Sie erweitern den Shop um Funktionen, die der Shopware Standard nicht abdeckt.
Problematisch wird es, wenn über die Jahre immer mehr Erweiterungen hinzukommen, ohne dass regelmäßig geprüft wird, was sie tatsächlich im Hintergrund machen.
Ein Plugin kann beispielsweise zusätzliche Datenbankabfragen ausführen, eigene Events verarbeiten, externe Dienste ansprechen oder JavaScript in den Shop laden.
Deshalb ist nicht die Anzahl der Plugins entscheidend.
Ein Shop mit 30 gut entwickelten Plugins kann problemlos schneller sein als ein Shop mit zehn Erweiterungen, die schlecht implementiert oder nicht mehr notwendig sind.
Wenn ein Shopware Shop langsam geworden ist, lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die installierten Erweiterungen.
Welche Plugins werden überhaupt noch benötigt?
Welche davon laufen bei jedem Seitenaufruf?
Welche greifen auf die Datenbank zu?
Und welche laden zusätzliche Ressourcen im Frontend?
Gerade bei älteren Projekten lässt sich hier häufig einiges verbessern.
Die Datenbank nicht vergessen
Je größer ein Shop wird, desto wichtiger wird die Datenbank.
Ein kleiner Shop mit einigen hundert Produkten stellt andere Anforderungen als ein Shop mit mehreren zehntausend Produkten und zahlreichen Varianten.
Komplexe Produktabfragen, Filter, Kategorien oder individuelle Funktionen können dazu führen, dass einzelne Datenbankabfragen sehr viel Zeit benötigen.
Genau deshalb reicht es nicht aus, nur die sichtbare Ladezeit einer Seite zu messen.
Man muss auch herausfinden, was während dieser Ladezeit eigentlich passiert.
Welche Abfrage dauert besonders lange?
Welcher Prozess wird immer wieder ausgeführt?
Welches Plugin greift auf welche Daten zu?
Solche Fragen führen meist deutlich schneller zur Ursache als das reine Optimieren einzelner Frontend Elemente.
Große Sortimente brauchen eine gute Suche
Auch die Suche wird bei größeren Shops schnell zu einem eigenen Performance Thema.
Je mehr Produkte und Varianten vorhanden sind und je mehr Filter angeboten werden, desto mehr Daten müssen verarbeitet werden.
Für größere Kataloge kann deshalb eine leistungsfähige Suchinfrastruktur sinnvoll sein. Shopware setzt hier unter anderem auf OpenSearch und hat die Suchfunktion in den aktuellen Versionen weiter optimiert.
Besonders interessant ist das für Shops mit großen Produktkatalogen oder vielen Varianten.
Denn eine gute Suche muss nicht nur relevante Ergebnisse liefern. Sie muss das auch dann noch schnell tun, wenn sehr viele Produkte, Filter und Nutzer gleichzeitig verarbeitet werden.
Bilder optimieren
Bilder sind ein Klassiker bei der Performance Optimierung.
Ein großes Produktbild kann schnell mehrere Megabyte groß sein. Werden davon mehrere Bilder auf einer Seite geladen, kommt einiges zusammen.
Moderne Bildformate wie WebP können dabei helfen, die Dateigröße zu reduzieren. Auch die richtige Bildgröße und Lazy Loading spielen eine wichtige Rolle.
Dabei sollte man allerdings nicht einfach jedes Bild maximal komprimieren.
Im E-Commerce sind gute Produktbilder wichtig. Ein Bild muss deshalb nicht nur klein, sondern auch qualitativ passend sein.
Die bessere Frage lautet:
Wie groß muss dieses Bild für die Darstellung an dieser Stelle wirklich sein?
Ein kleines Vorschaubild muss beispielsweise nicht in derselben Auflösung ausgeliefert werden wie ein großes Produktbild.
JavaScript und externe Tools prüfen
Ein weiterer Punkt wird bei Performance Analysen gerne unterschätzt: JavaScript.
Ein moderner Onlineshop verwendet häufig zahlreiche zusätzliche Dienste. Tracking, Consent Management, Newsletter Tools, Chat Funktionen, Personalisierung und weitere Marketing Tools bringen zusätzliche Skripte mit.
Jedes einzelne Skript muss vom Browser geladen und verarbeitet werden.
Gerade auf Smartphones kann das spürbar werden.
Deshalb lohnt sich eine regelmäßige Prüfung:
Welche Skripte werden tatsächlich benötigt?
Welche davon werden auf jeder Seite geladen?
Welche blockieren die Darstellung?
Und welche können später geladen werden?
Auch hier gilt: Es geht nicht darum, möglichst viel zu entfernen. Entscheidend ist, die tatsächlich benötigten Funktionen möglichst effizient einzubinden.
Core Web Vitals im Blick behalten
Bei der Bewertung der Shop Performance spielen die Core Web Vitals eine wichtige Rolle.
Dazu gehören LCP, INP und CLS.
LCP beschreibt vereinfacht gesagt, wie schnell der wichtigste sichtbare Inhalt geladen wird. INP betrachtet die Reaktionsgeschwindigkeit auf Interaktionen. CLS misst, ob sich Inhalte während des Ladens unerwartet verschieben.
Tools wie Google PageSpeed Insights oder Lighthouse helfen dabei, solche Probleme zu erkennen.
Trotzdem sollte man den PageSpeed Score nicht zum eigentlichen Ziel machen.
Ein Shop ist nicht automatisch gut, nur weil eine Zahl möglichst hoch ist.
Viel wichtiger ist, wie sich der Shop für echte Nutzer anfühlt.
Wie schnell öffnet sich eine Produktseite?
Wie schnell funktioniert die Suche?
Wie reagiert der Warenkorb?
Wie lange dauert der Checkout?
Und wie verhält sich der Shop, wenn deutlich mehr Nutzer gleichzeitig darauf zugreifen?
Performance zeigt sich vor allem unter Last
Ein Shop kann im normalen Alltag schnell wirken und bei einer größeren Verkaufsaktion plötzlich an seine Grenzen kommen.
Das kann beispielsweise bei einem Sale, einer Marketingkampagne oder rund um Black Friday passieren.
Deshalb sind Lasttests für größere Shopware Shops sinnvoll.
Dabei wird geprüft, wie sich das System unter verschiedenen Belastungen verhält. So lässt sich herausfinden, ob beispielsweise der Server, die Datenbank, ein Plugin oder eine Schnittstelle zum Engpass wird.
Das ist besonders interessant für Shops, die mit externen Systemen verbunden sind.
Denn auch ein schneller Shop kann Probleme bekommen, wenn im Hintergrund gleichzeitig große Datenmengen aus dem ERP oder PIM importiert werden.
Nicht nur den Shop betrachten
Bei komplexen Shopware Projekten reicht es deshalb nicht, nur auf die Storefront zu schauen.
Ein Shopware Shop ist meistens Teil einer größeren Systemlandschaft.
ERP, PIM, CRM, Zahlungsanbieter, Marktplätze und individuelle Schnittstellen tauschen ständig Daten aus.
Wenn beispielsweise ein großer Produktimport läuft, kann das Auswirkungen auf die Performance des Shops haben.
Deshalb betrachten wir bei Performance Analysen nicht nur das, was der Nutzer im Browser sieht.
Wir schauen auch darauf, was im Hintergrund passiert.
Wie wir bei alphanauten an Performance Themen herangehen
Bei alphanauten entwickeln und betreuen wir Shopware Shops nicht nur auf der Oberfläche.
Als Shopware Partner arbeiten wir unter anderem an individuellen Shopware Lösungen, Plugins, Schnittstellen und technischen Weiterentwicklungen.
Genau deshalb betrachten wir Performance nicht als einzelne Optimierungsmaßnahme.
Wenn ein Shop langsam ist, wollen wir zunächst verstehen, warum.
Dazu kann beispielsweise die komplette technische Umgebung analysiert werden. Wir schauen uns die Shopware Konfiguration, Plugins, Datenbankabfragen, Caching, Server, Schnittstellen und das Frontend an.
Anschließend lässt sich besser entscheiden, welche Maßnahmen tatsächlich sinnvoll sind.
Denn nicht jede Optimierung bringt den gleichen Effekt.
Manchmal reicht eine kleine Anpassung. In anderen Fällen liegt die Ursache tiefer und beispielsweise die Serverarchitektur, eine Schnittstelle oder eine individuelle Entwicklung muss genauer betrachtet werden.
Unsere Checkliste für einen schnelleren Shopware Shop
Wenn dein Shopware Shop langsam ist, kannst du mit diesen Punkten starten:
Shopware
• Ist die Shopware Version aktuell?
• Sind alle Plugins auf dem aktuellen Stand?
• Gibt es nicht mehr benötigte Erweiterungen?
• Gibt es ältere Eigenentwicklungen?
Server und Infrastruktur
• Sind ausreichend CPU und RAM vorhanden?
• Ist PHP sinnvoll konfiguriert?
• Funktioniert der Cache zuverlässig?
• Werden Redis oder andere Caching Lösungen sinnvoll eingesetzt?
Datenbank und Suche
• Gibt es besonders langsame Datenbankabfragen?
• Wie lange dauern Indexierungen?
• Ist die Suche für die Größe des Sortiments geeignet?
• Werden komplexe Filter effizient verarbeitet?
Frontend
• Sind Bilder unnötig groß?
• Werden moderne Bildformate verwendet?
• Wird unnötiges JavaScript geladen?
• Gibt es zu viele externe Skripte?
• Werden Inhalte sinnvoll priorisiert?
Gesamtsystem
• Wie verhalten sich ERP und PIM Schnittstellen?
• Gibt es regelmäßige große Importe?
• Wie verhält sich der Shop bei hoher Auslastung?
• Werden Performance Werte regelmäßig gemessen?
Fazit: Shopware Performance beginnt mit einer guten Analyse
Einen Shopware Shop schneller zu machen, bedeutet nicht automatisch, möglichst viele Plugins zu entfernen oder den PageSpeed Score auf 100 zu bringen.
Die Ursachen sind oft komplexer.
Ein Shop kann beispielsweise durch eine einzelne langsame Datenbankabfrage ausgebremst werden. Oder durch ein Plugin, das bei jedem Seitenaufruf zusätzliche Arbeit verursacht. Vielleicht reicht die vorhandene Serverleistung nicht mehr für das gewachsene Sortiment aus. Oder eine Schnittstelle sorgt bei großen Importen für unnötige Last.
Deshalb sollte Performance immer im Zusammenhang mit dem gesamten Shop betrachtet werden.
Bei alphanauten unterstützen wir Unternehmen dabei, Shopware Shops technisch weiterzuentwickeln, zu optimieren und langfristig stabil zu betreiben.
Wenn du das Gefühl hast, dass dein Shopware Shop langsamer geworden ist oder bei höherer Auslastung an seine Grenzen kommt, lohnt sich eine technische Analyse.


