Wohin mit den ollen Kamellen?

26. Mai 2015, 11:06 Uhr Geschrieben von Leave your thoughts

Heute melde ich mich ganz gebräunt und erholt bei Ihnen. Haben Sie auch ein so sonniges, entspanntes Wochenende hinter Ihnen wie ich? Die meiste Zeit verbrachte ich dösend an der frischen Luft, was für Leute wie mich – von Natur aus eher faul und altersmäßig auch schon dezent über dem Zenit – das allerschönste auf der Welt ist. Das ganze Herumliegen offenbart einem aber auch viel Zeit zum Nachdenken, und Dinge, die sich im Alltag hinten anstellen mussten, wurden plötzlich durch die ganze Freizeit wieder penetrant präsent.

Wovon ich spreche? Wenn sich bei Ihnen in ruhigen Minuten die anstehende Steuererklärung oder das längst geplante, aber immer wieder verschobene Klamottenausmisten in die imaginäre To-Do-Liste drängt, ist es bei mir ein zuweilen auftretender Wunsch nach Veränderung. Wie gerne nur hätte ich die Möglichkeit, Dinge zu jeder erdenklichen Zeit und an jedem erdenklichen Ort zu verbuddeln.

Diese Erkenntnis mag Ihnen trivial und animalisch vorkommen, doch da ich offensichtlich hündischer Natur bin, sollte Sie das nicht zu sehr aufhalten. Für mich ist es ganz schrecklich, dass es in unserem Büro keine Möglichkeit gibt, zu buddeln. Hunde buddeln nämlich unglaublich gerne und viel  – es ist eine super Gelegenheit, Stress abzubauen, sich körperlich zu betätigen, gemütliche Schlafmulden zu kreieren und seine Lieblingssachen sicher vor etwaigen Dieben zu verstecken. Wer weiß, wann der nächste neugierige Köter hier unterwegs ist.

Ein garstiges Geschenk

Gerade heute morgen musste ich mich mit wachsender Verzweiflung an meine sonntäglichen Gedanken erinnern, als ich vor der schrecklichsten Zerreißprobe seit Langem stand: Das Verfahren mit einem Brötchen.

Brötchen können teuflische kleine Zeitgenossen sein. Sie sind nur für kurze Zeit lecker, sehr unhandlich und weichen furchtbar schnell durch, was sich zu einer äußerst ärgerlichen Angelegenheit sowohl für mich als auch für meine Menschen erweisen kann. Jedenfalls beglückte man mich gegen 11 Uhr mit einem dieser Plagegeister, im Glauben, es mit einem Haps verschwinden zu sehen. Aber wie Sie sich sicher vorstellen können, sind meine Zähne – soweit noch vorhanden – nicht mehr die besten. So stand ich im Angesicht akuter Zahnschmerzen mit einem wohlriechenden, kugeligen Etwas im Maul und wusste nicht wohin damit. Ich muss zu meiner Schande und äußerst peinlich berührt zugeben, dass ich ausgesehen haben muss wie ein Häufchen Elend.

An Fressen war zu diesem Zeitpunkt nur unter erhöhten Auflagen (heißt: Her mit der Leberwurst! Mit anderem Zeug dürfen Sie nicht ankommen.) zu denken, und ich wünschte mir aus vollem Herzen, mein Körbchen hätte eine eingebaute Buddelfunktion. So hätte ich mich diskret meines Geschenkes entledigen können, ohne den Schenker vor den Kopf zu stoßen. Doch alles Schieben und jedweder Buddelversuch scheiterten kläglich und offenbarten mir nur, was für ein nutzloses Ding so ein Körbchen außerhalb der Schlafenszeit ist.

Wie Social Media entstauben?

Während ich kläglich an meinem Dilemma zu knabbern hatte – das können Sie wörtlich nehmen – widmeten sich meine Bürogenossen an den Schreibtischen einem ähnlich unangenehmen Thema: Der Entstaubung einiger Social-Media-Kanäle. Nach einem kleinen Update erstrahlen diese nun wieder in reger Aktivität. Ich wünschte, dies wäre auch bei meinem Brötchen-Problem möglich. Ich fürchte, das Ganze wird in einer halbfreiwilligen Fressaktion enden, die mich dann letztendlich der Thematik entledigen wird.

In Hoffnung auf einen hundefreundlichen erfinderischen Geist (Geschäftsidee: buddelbare Hundekissen oder -körbchen!) verbleibe ich

Ihre Fritzi.

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Ein Beitrag von alphanaut

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