Was gute Agenturen ausmacht: SEO

1. Juli 2015, 13:30 Uhr Geschrieben von Leave your thoughts

Wenn Sie sich dazu entschieden haben, das Management von SEO an eine Agentur abzugeben, sollten Sie im Vorfeld einige Punkte klären, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Wie Sie die für Sie perfekte SEO-Agentur finden, erfahren Sie im zweiten Teil unserer Serie.

Zu Beginn sollten Sie folgende drei Fragen klären, um eine Vorauswahl für mögliche Agenturen treffen zu können:

  • Ist regionale Nähe wichtig?
  • Möchte man neben SEO weitere Dienstleistungen wie z.B. SEA, Webdesign, E-Mail-Marketing, App-Entwicklung usw. in Anspruch nehmen?
  • Soll der Schwerpunkt auf Onpage-SEO oder Offpage-SEO liegen?

Legen Sie fest, welche Art von Agentur infrage kommt

Wollen Sie neben Suchmaschinenoptimierung noch weitere Dienstleistungen in Anspruch nehmen, sollten Sie sich nach größeren Agenturen mit mehr als zwei Mitarbeitern umsehen. Diese weisen oftmals mehrere Kernkompetenzen auf. Skepsis ist geboten, wenn einzelne Freelancer oder kleine Agenturen ein breites Sortiment an Dienstleistungen anbietet. Auf der Webseite der Agentur sollte Ihre gewünschte Dienstleistung als Kernkompetenz erkennbar sein. Nur wenige Agenturen können den ganzen Bereich aus Technik, Design, Marketing, Kommunikation und Analyse abdecken. Arbeiten Sie also mit mehreren Dienstleistern zusammen, legen Sie sich am besten einen Inhouse-Marketing-Manager zu.

Bestimmte Tätigkeitsfelder bedürfen Spezialisten. Diese können in maximal zwei Bereichen richtig gut sein, um sich nicht Allrounder nennen zu müssen, denn diese erfüllen die Qualitäts-Standards nicht mehr. Einige mögliche Kombinationen sind folgende:

  • SEM-Spezialist (SEO/SEA/Web-Analyse)
  • Outbound-Online-Marketing-/E-Mail-Marketing-Spezialist (Affiliate-/Display-/E-Mail-Marketing/Web-Analyse)
  • SEA-/Conversion-Optimierungs-Spezialist (SEA/Conversion-Optimierung/Web-Analyse)
  • PR-/Social-Media-Marketing-Spezialist (PR / Social-Media-Marketing /Web-Analyse)
  • SEA-/E-Mail-Marketing-Spezialist (SEA / E-Mail-Marketing / Web-Analyse)
  • Content-Marketing– / SEO-Spezialist (Content-Marketing / SEO / Web-Analyse)
  • Content-Marketing- / Social-Media-Spezialist (Content-Marketing/Social-Media/Web-Analyse)

Sehr wichtig für alle Online-Marketing-Spezialisten ist der Bereich Web-Analyse, der deshalb selten als Kernkompetenz angeboten wird. Wer Analytics-Zertifikate von Google (Google Analytics Individuals Qualification und Zertifizierter Google Analytics Partner) aufweisen kann, hat in diesem Bereich besondere Expertise. Brauchen Sie nur eine Betreuung in einem bestimmten Bereich, können Sie auf Freelancer oder sehr kleine Agenturen zurückgreifen, denn so verringert sich der oftmals bei größeren Agenturen enorme Fixkostenanteil.

Finden Sie potenzielle Agenturen

Bei wenig Erfahrung mit SEO bietet es sich an, die Suche in folgenden Branchenverzeichnissen zu beginnen:

Diese Verzeichnisse bieten allerdings weder Vollständigkeit noch die Garantie, an seriöse Agenturen zu gelangen, denn die Aufnahme erfolgt oftmals gegen Geld. Prüfen Sie Ihre potenzielle Auswahl sorgfältig. Alternativ kann man natürlich auch eine Suchmaschinensuche starten. Die oberen Suchergebnisse stehen nicht unbedingt für Qualität, denn diese Agenturen verstehen es „bloß“, Ihre Webseite auf die eigenen wichtigen Keywords ranken zu lassen. Empfehlungen von vertrauenswürdigen Personen sind mit der beste Ansatz, eine geeignete Agentur zu finden. Untersuchen Sie gegebenenfalls auch einige Top-Rankings von Unternehmen in benachbarten Branchen und fragen Sie gezielt nach, ob und mit welchem SEO-Dienstleister diese zusammenarbeiten. Gute Agenturen leben von ihrer Reputation, Empfehlungsmarketing und Content Marketing. Seien Sie skeptisch bei vertriebsgesteuerten Geschäftsmodellen.

Bewerten Sie potenzielle Agenturen

Einen ersten Eindruck nach erfolgreicher Vorauswahl gewinnen Sie am besten, wenn Sie die Seite der Agenturen direkt mal unter die Lupe nehmen. Eine Kontaktaufnahme mit den Agenturen ist deshalb zunächst gar nicht nötig. Achten Sie dabei weniger auf oberflächliche Eindrücke wie Design als auf die folgenden Punkte.

1. Eignen Sie sich SEO-Grundwissen an

Informieren Sie sich über Suchmaschinenmarketing, entweder über entsprechende Literatur oder Blogs. Die beste Voraussetzung für einen Fehltritt bei der SEO-Agentur-Auswahl ist immer noch, selbst von dem Gebiet keine Ahnung zu haben und deshalb die Qualität der Dienstleistung nicht richtig einschätzen zu können.

2. Prüfen Sie die Sichtbarkeit der Agentur

Sofern Sie Zugang zu SEO-Tools wie z.B. Searchmetrics, Sistrix oder XOVI haben, können Sie einen Eindruck darüber gewinnen, wie sich die Sichtbarkeit der Agenturen entwickelt hat. Auch etwaige Abstrafungen werden so sichtbar. Für Kunden- und Projektreferenzen gilt dasselbe.

3. Kategorisieren Sie Referenzen

Referenzen sind an sich ein guter Erfolgsnachweis – fragen Sie aber lieber nach, in welchen Bereichen die Agentur mit den Unternehmen zusammenarbeitet oder gearbeitet hat. Manchmal haben nämlich auch benachbarte Agenturbereiche, Mutter- oder Tochterunternehmen mit dem Ganzen zu tun, die weniger mit SEO-Dienstleistungen zu tun haben. Die Validität der Referenzen können Sie am besten prüfen, indem Sie diese kontaktieren und nach Feedback zur Arbeit der jeweiligen Agentur fragen.

Wenn Sie sich mit den Referenzprojekten der Agentur beschäftigen, können Sie sich gleichzeitig auch einen Eindruck über die Qualität der Backlinkprofile machen. Gibt man bei Google „link:http://www.domain.com“ ein, bekommt man ohne Einsatz eines teuren SEO-Tools eine Idee zu den von der Agentur generierten Backlinks. Offensichtlicher Spam weist auf eine nicht besonders durchdachte Linkaufbau-Strategie hin.

4. Machen Sie sich ein Bild von Größe und Renomee

Die Größe einer SEO-Agentur spielt für viele Kunden eine entscheidende Rolle, ist aber im Allgemeinen überbewertet. Über die Qualität der Arbeit sagt die Quantität der Mitarbeiter selten etwas aus. Hinterfragen Sie den Grund für die Größe der Agentur – vielleicht kann sie einfach nur besonders gut werben.

Auch das Alter und Renomee einer Agentur sagen wenig aus. Eingefahrene Strukturen treten häufiger in älteren Agenturen auf als bei relativ jungen Agenturen, die oft noch sehr innovativ und flexibel an Ihren Auftrag herangehen werden.

5. Stellen Sie Fragen

Die Angebote, die sie erhalten, werden sich – abgesehen vom Preis – im Wesentlichen nicht besonders voneinander unterscheiden. Deshalb sollten Sie sich auch das Kleingedruckte durchlesen, denn dort lauern manchmal nicht so angenehme Zusatzpunkte. Vertrauen Sie außerdem keinen Dumping-Preisen, da dadurch manchmal versucht wird, Kunden en masse zu werben. Hinterfragen Sie Dinge und fühlen Sie der Agentur über einen ihrer Berater auf den Zahn. Dieser sollte Ihre Fragen ehrlich und transparent beantworten können. Überschwänglichkeit à la „Wir machen alles was Sie wollen“ sollten Sie skeptisch machen.

6. Bewerten Sie die Online-Reputation

Geben Sie den Namen der Agentur einfach mal bei Google ein. Wird die Agentur durch die Suggest Funktion mit negativen Begriffen wie Betrug oder Abzocke in Verbindung gebracht, sollten Sie sofort aufhorchen.

Noch wichtiger als das Auftreten einer Agentur ist der Grad an Transparenz, der auf der Webseite deutlich wird. Wenn sie folgende kleine Hinweise entdecken, könnte es sein, dass die Agentur etwas vorspielen oder hinterm Berg halten möchte:

  • Die Agentur macht sich größer als sie ist. Manche Agenturen geben Mitarbeiter an, die nicht dort oder als Freelancer arbeiten.
  • Gefakte Siegel. Agenturen ohne Zertifikate bauen sich manchmal mithilfe von iStock Grafiken, die Claims wie “100% Kundenzufriedenheit beinhalten.
  • Die Webseite ist überflutet von Kundenstimmen oder anderen vertrauensbildenden Elementen. Diese könnten darauf hindeuten, dass die Agentur ein schlechtes Bild wieder geraderücken möchte.

Recherchieren Sie in jedem Fall auch nach dem Mutterkonzern der Agentur, falls einer im Impressum eingetragen ist. Oftmals möchten Unternehmen, die ihre Reputation verspielt haben, mit Tochterunternehmen ihre Weiße Weste wiederherstellen. Beschränken Sie sich auch nicht auf die ersten beiden Suchergebnisseiten.

7. Schauen Sie in eventuelle Publikationen

Durch Vorträge, Workshops oder Fachbeiträge können sich Agenturen auch außerhalb Ihrer Arbeit mit Kunden einen Namen aufbauen. Finden Sie immer wieder Expertise im Web oder in Magazinen, zeigt das, dass die Agentur sich mit der Materie beschäftigt und deren Mitarbeiter sich offen dem Wettbewerb stellen. Stammen die Beiträge allerdings alle von einem, in der Regel mit der meisten Expertise ausgestatteten Mitarbeiter, kann man mal das Know-How der restlichen Mitarbeiter infrage stellen. Es ist nicht einfach, die Kompetenz eines Mitarbeiters vor Vertragsabschluss zu bewerten, deshalb sollten Sie darauf pochen, eine kurze Vertragslaufzeit anzusetzen.

Alarmglocken-Aussagen

Bei folgenden Aussagen in Gesprächen oder auf der Webseite der Agentur ist Kritik angebracht:

  • Wir bringen Sie bei Google auf Platz eins
  • Wir garantieren Ihnen Platz 1-3 bei Google
  • Wir sorgen mit den Meta Tags dafür, dass Sie auf Top Positionen ranken
  • Wir sorgen dafür, dass Sie unter Ihrem Firmennamen/Domainnamen auf Platz eins stehen
  • Wir tragen Ihre Website in die Suchmaschinen ein.
  • Wir kennen wen bei Google.
  • Wir arbeiten eng mit Google zusammen und sind daher immer auf dem neuesten Stand was SEO und AdWords angeht.
  • Durch das Schalten von AdWords rankt Ihre Website besser.
  • Wir  garantieren Ihnen so und so viele Besucher zusätzlich.
  • Wir sind eigentlich eine Webdesign Agentur, aber bieten auch SEO, SEM und Online-Marketing an.
  • Wir installieren die Suchmaschinenoptimierung.
  • Wir verfügen über ein großes Netzwerk von (eigenen) Websites, über die der Linkaufbau betrieben wird.
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Ein Beitrag von alphanaut

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