Reihe: Schleichwerbung in sozialen Netzwerken (Teil 2)

25. Juni 2015, 14:59 Uhr Geschrieben von Leave your thoughts

Werbehinweise und deren Kennzeichnung

Wirkt ein Posting trotz wirtschaftlicher Motivation neutral, muss dessen Werbecharakter durch eine der beiden folgenden Möglichkeiten erkenntlich gemacht werden:

  • Der Werbecharakter ergibt sich aus dem Posting selbst – eine Kennzeichnung ist nicht notwendig
  • Das Posting ist als Werbung mit Hinweisen gekennzeichnet, z.B. „Anzeige“ oder „Werbung“. Ob die Begriffe „Gesponsert“ oder „Sponsored” ausreichen, ist bislang nicht entschieden. Keine ausreichenden Werbehinweise stellen Begriffe wie „Ad“, „PR-Story“ oder „Koop“ dar.

Der erste Fall liegt beispielsweise vor, wenn eine prominente Person ein Werbevideo mit eigener Beteiligung postet oder von Drehs und Events berichten, die Teil seiner Arbeit sind.

Wenn Moderatoren von deren Tätigkeiten berichten, entsteht dabei oft eine Werbewirkung. Wenn es offensichtlich erkennbar ist, dass die Tätigkeit Teil der Arbeit oder eines Auftrags ist, handelt es sich nicht um Schleichwerbung. Reiseblogger sollten deshalb in allen Kanälen darauf hinweisen, wenn z.B. die Reise, über die sie berichten, durch Sponsoren ermöglicht wurde.

Wenn nicht der gesamte Post in Auftrag gegeben wurde, sondern nur ein Produkt o.ä., reicht es, den Umstand aus dem dazugehörigen Text hervorgehen zu lassen (z.B. „Danke an xy für die kostenlose Bereitstellung von yx“).

Anzeigeplätze bei Facebook

Die Vorgaben der jeweiligen Plattform spielen ebenfalls eine gewichtige Rolle. Dabei ist vor allem das Verbot der „Werbung Dritter“ auf Facebook-Seiten von Bedeutung:

„Werbung Dritter ist ohne unsere vorherige Genehmigung auf Seiten untersagt“, heißt es dort. Erst mit entsprechender Kennzeichnung (wie z.B. „Gesponsert“) werden solche Postings legal. Diese Aussage schließt nach allgemeiner Kenntnis die Werbung für Dritte aus.

Rechtsfolgen

Als Rechtsfolge bei Verstoß gegen die Verbote von Schleichwerbung können sowohl Seiten- und Profilinhaber als auch die beauftragenden Unternehmen oder Agenturen abgemahnt werden. Eine Vertragsstrafe in Höhe von ca. 3000 bis 5000 Euro wird fällig, wenn gegen die nach Erstverstoß abgegebene Unterlassungserklärung verstoßen wird.

Fazit

Warum es so viele Fälle von möglicher Schleichwerbung gibt, werden Sie vielleicht nach der Lektüre beider Teile unserer Reihe verstehen. Ein großer Graubereich ermöglicht viele Wege, die Grenzen des Gesetzes auszureizen – aber auch, sich Vorteile gegenüber Wettbewerbern zu erarbeiten. Dass plumpe Schleichwerbung neben härteren Strafen allerdings auch Imageschäden verursachen kann, sollte in Ihren Handlungen immer eine Rolle spielen.

Reihe: Schleichwerbung in sozialen Netzwerken (Teil 1) Tags: , , , , , , , , , , ,

Ein Beitrag von alphanaut

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