Manchmal reichen Blicke

18. Juni 2015, 10:45 Uhr Geschrieben von Leave your thoughts

Sie liken, teilen und kommentieren vielleicht nicht alles, was in Ihrem Facebook Newsfeed auftaucht – auch wenn es etwas ist, das Sie interessiert oder Ihre Aufmerksamkeit auf sich zieht. Nehmen wir zum Beispiel die Breaking News, die über ein Erdbeben am anderen Ende der Welt berichtet: Sie würden sich vielleicht komisch dabei fühlen, diesen Beitrag zu liken, und vielleicht hätten Sie zu diesem Thema auch nicht viel zu sagen. Aber vielleicht würde es Sie berühren.

Vor diesem Hintergrund optimiert Facebook seine Algorithmen, um bisher nicht berücksichtigte Kennzahlen zu quantifizieren: Die Zeit, die Sie aufwenden, um Beiträge in Ihrem Newsfeed anzuschauen. Unabhängig davon, ob Sie aktiv damit interagieren.

Überscrollen als Dislike

Scrollen Sie über einen Beitrag hinweg, werden Facebooks Algorithmen langsam lernen, dass diese Art von Content Sie nicht zwingend kümmert.

Harren Sie hingegen ein wenig auf einem Post aus, wird Facebook die Zeit messen. Falls Sie länger auf diesem Beitrag verweilen als auf den meisten anderen Posts – beispielsweise, um ein Bild zu anzuschauen oder durch die Kommentare dazu zu scrollen – wird dies als ein Signal gewertet, dass Sie sich etwas aus diesem Content machen.

In anderen Worten: Diese Vielzahl an Babybildern und Fitnesstutorials, die sie normalerweise überscrollen, wird Facebook als für Sie möglicherweise uninteressant registrieren.

Es wird spannnend zu sehen, wie das letztendlich unseren Newsfeed beeinflussen wird, vielleicht einfach, weil das Ganze auf so passivem Verhalten beruht. Bisher waren Facebooks Algorithmen darauf ausgerichtet, aktive Handlungen wie Likes oder Kommentare zu werten – Dinge, die zumindest einen Grundsatz an bewusster Anstrengung in Anspruch nahmen. Sobald sich die Dinge in Richtung der Analyse passiver Verhaltensanalyse bewegen, beginnt Facebook – mehr sogar als Sie es können – zu verstehen, was sie interessiert.

Kaum Veränderungen

Es ist eher unwahrscheinlich, dass es dramatische Veränderungen darin geben wird, was Sie zukünftig zu sehen bekommen, und was nicht – zumindest nicht sofort. Einige Zeit wird ins Land gehen, bis eventuelle Fehler behoben sind und diesen Daten mehr Gewicht beigemessen werden kann. Auch, wenn Sie beispielsweise von ihrem Schreibtisch aufstehen und Facebook geöffnet lassen oder wenn Sie einfach gelangweilt durch den Feed scrollen, ohne wirklich auf etwas zu achten, könnte dies die Auswertung der Daten verfälschen.

Laut Facebook wird das neue System in den kommenden Wochen das erste Mal Anwendung finden. Entwickeln Sie aber aus Sorge ob der Verbleibzeit Ihrer User auf Ihren Posts besser nicht sofort neue Super-Strategien, die ellenlange Texte involvieren. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass sie keine signifikanten Veränderungen erwarten.

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Ein Beitrag von alphanaut

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