Ja zur Vielfalt

28. Juli 2015, 11:22 Uhr Geschrieben von Leave your thoughts

Seit Kurzem ist alles so bunt. Vor allem auf Facebook. Ich habe zwar keinen eigenen Account (ist das für Tiere überhaupt erlaubt? Ich kenne nur diese von überverliebten Besitzern betriebenen Profile, auf denen Fiffi und Bello ganz herzallerliebst rumwuscheln), aber schaue dem ein oder anderen in der Agentur mal über die Schulter. Und da frage ich mich plötzlich ernsthaft, ob die Theorie der farbenblinden Hunde so noch zu halten ist. Denn ich sehe Regenbogen!

Das ist ja im Großen und Ganzen eine schöne Sache. Das Leben in schwarzweiß stelle ich mir ganz langweilig und traurig vor. Wie kann man glücklich sein, wenn man nicht mal die leckere Farbe seines eigenen Fressens erahnen kann? Oder das satte grün der Wiese, in der man fröhlich hüpfend verschwindet, bis man nicht mehr zu sehen ist? Und dann schnell wieder zurück rennt, da sich jemand Sorgen um einen macht? Ohne Farben muss das doch alles einschläfernd sein.

Überall Gleichheit

Aber ich schweife ab. Ich habe nach ausführlicher Recherche herausgefunden, dass die Leute mit ihren bunten Bildchen ihre Unterstützung für die Homo-Ehe ausdrücken wollen. Was ich ein bisschen seltsam finde. Laut dem allwissenden Google ist ein Homo nämlich zum Einen ein Vertreter der Gattung der eigentlichen Menschen. Aber die Heirat ist doch unter Menschen eine lang gepflegte Tradition. Was ist da so besonders dran, dass es die Menschen momentan so ausgiebig feiern?

Zweitens bedeutet das Wort Homo im Griechischen auch gleich. Das soll wohl ausdrücken, dass zwei gleiche Menschen heiraten dürfen. Das macht für mich im Gegensatz zur ersten Definition auch ein bisschen mehr Sinn. Jetzt dürfen also Gleichgeschlechtliche, Gleichgroße, Gleichhübsche und Gleichdumme vor den Traualtar treten. Was mich vor eine beunruhigende Frage stellt.

Was ist mit den Mischlingen?

Während die Euphorie über ein neues Gesetz zumindest online kein Limit zu kennen scheint, fühle ich mich ein bisschen ausgeschlossen. Ich falle nämlich in keinerlei Hinsicht unter irgendetwas, was mit dem Begriff Homo beschrieben wäre.

  • Ich bin nicht menschlich. Kein bisschen. Ich bin vielleicht etwas intelligenter als die meisten anderen Hunde, aber stehe immer noch auf Pfoten statt auf Füßen.
  • Ich bin ein Mischling. Deswegen frei nach den Definitionen der Chemie eine heterogene Mischung, also das Gegenteil von Homo. Ein Gemisch aus verschiedenen Rassen: Dackel und Jack-Russell-Terrier.

Darf ich jetzt nicht heiraten? Wenn dem wirklich so ist, fühle ich mich ganz klar ausgeschlossen und gegenüber meinen reinrassigen Artgenossen ziemlich benachteiligt.

Forever alone

Warum mich die ganze Thematik so aufregt, ist schnell erklärt. Ist ja auch verständlich, dass Sie sich fragen, was in die kleine Fritzi gefahren ist. Ich wollte eigentlich Arturo heiraten! Also natürlich hat er mich, als wir noch in Bönen waren, manchmal ziemlich zur Weißglut getrieben. Hat vor meiner Tür rumschlawinert, mir ziemlich aufdringliche Komplimente gemacht und ist laut grunzend durch den Flur vor dem Büro gerannt. Wenn man eigentlich schlafen möchte, ist das ganz und gar kein schönes Geräusch. Aber seitdem ich ihn verlassen musste, vermisse ich ihn ganz schrecklich! Und da dachte ich mir, ich heirate ihn einfach.

Das kann ich mir ja jetzt abschminken. Mischlings-Hunde haben es halt nicht so einfach im Leben. Ein Glück, dass mir bisher Beleidigungen wie Promenaden-Mischung erspart geblieben sind. Also das wäre ja die Höhe: Als anständiger, geliebter und anständiger Haus- und Bürohund hören zu müssen, man lebe auf der Straße. Das muss ich mir echt nicht bieten lassen, findet

Ihre Fritzi.

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Ein Beitrag von alphanaut

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