Ein Dosen-Drama

7. Juli 2015, 13:04 Uhr Geschrieben von Leave your thoughts

Hunde verschlingen gerne mal. Ihr tägliches Futter, achtlos hingeworfene Leckerlies oder auch mal Insekten. Letzteres ist aber (zur Ehrenrettung meiner Artgenossen; ich mache so etwas ja nicht, dafür bin ich zu fein) meist ausversehen. Ein Urinstinkt rät uns, alles Essbare so schnell wie möglich loszuwerden, da es sonst ja jemand klauen könnte. Neulich bin ich allerdings in eine Situation geraten, in der ich mir wünschte, diesen Instinkt mal überwinden zu können.

Übermut tut selten gut

Er manövrierte mich nämlich geradewegs in eine äußerst peinliche Situation hinein. Wobei ich mir bis heute nicht sicher bin, ob sie nicht doch böswillig herbeigeführt wurde. Es kann ja kein Zufall sein, mir ein Leckerchen anzubieten, was sich auch noch in einer schnauzenähnlich geformten Dose befindet. Aber nein, so etwas würden sie nicht tun. Das wäre ja Majestätsbeleidigung.

Jedenfalls erfreue ich mich trotz dieser schlimmen Temperaturen eines großen Appetits. Und damit verbunden ist der genannte Instinkt. Oder auch Übermut. Ungeduld.

Sie ahnen es schon. Wahrscheinlich wussten Sie die ganze Zeit, worauf die Geschichte hinausläuft, wenn Sie sich einmal das Foto im Titel dieser Kolumne anschauen. Oh ja, die Bösewichte haben mein Leiden sogar noch festgehalten, um es der Welt präsentieren zu können. Aber ich nehme mich lieber selbst öffentlich aufs Korn, statt der täglichen Angst ins Auge zu blicken, meine Misere plötzlich bei Instagram oder Facebook zu finden. Ich habe dieses Ungetüm aus Plastik auf der Nase sitzen gehabt und es lange nicht geschafft, mich dessen zu entledigen.

Eine Dosis Mitleid

Mit einer Futterdose auf der Nase lebt es sich eigentlich ganz angenehm. Man hat immer den wundervollen Geruch von Essen in der Nase, das Atmen klappt auch noch einigermaßen und beim Buddeln bekommt man keine Erde in die Nase. Aber auf Dauer wird man dann doch schief angeguckt. Als ich im Flur Arturo begegnete, erkannte er mich nicht. Er starrte mich bloß an, als sei ich eine Außerirdische. Oder ein Auto, oder eine Mischung daraus. Dann grunzte er und ließ mich stehen. Ich war dann doch froh, dieses Ding endlich loszuwerden.

Mein Plan für die Zukunft: Nur noch Essen vom Boden. Nie wieder aus Behältern. In diesem Sinne,
Ihre Fritzi

Tags: , , , ,

Ein Beitrag von alphanaut

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.