Der Sprung ins Ungewisse

23. Juni 2015, 13:10 Uhr Geschrieben von Leave your thoughts

Waren Sie diesen Sommer schon im Freibad? Vielleicht haben Sie es dieses Wochenende lieber gelassen, das war ja wirklich ein ganz mieses Sch***wetter. Aber generell hatten Sie doch bestimmt zumindest schon mal Lust, die Strandtasche zu packen und sich in kühle Chlorgewässer zu werfen. Oder sich alternativ auf flachgelatschtes, bräunlich struppiges Gras (oder lieber auf Ihr Kuschelhandtuch) zu legen und zu sonnen. Und sich danach den leeren Bauch mit der typischen Freibadpommes Rot-Weiß vollzustopfen. Um, frei nach Leyk und Lockvogel, ne Sekunde Sommer zu genießen.

Sie merken es schon, ich bin kein Schwimmbadfan. Abgesehen davon, dass Hunde selten bis nie Zutritt ins eingezäunte Badeparadies haben, habe ich auch noch nie das kleinste Bedürfnis danach verspürt. Um meinen Standpunkt etwas klarer zu machen, verdeutlichen Sie sich mal folgendes Gedankenspiel.

Hundehorror

Unerträgliche Hitze. Die glühende Fritzi wird ins Auto gesteckt, sich ins Unendliche ziehende Minuten mit abgestandener, viel zu kühler Klimaanlagenluft vollgepustet. Und merkt schon, dass sie bei dieser Unternehmung höchstens Begleiter sein wird, wenn nicht Anhängsel, denn ohne Rücksicht auf meine Omaohren werden Sommerhits der vergangenen zehn Jahre geschmettert.

Angekommen stinkt es bestialisch aus verschiedenen Richtungen. Zu fett mit abgelaufener Sonnenmilch eingecremte, schwitzende Menschen (die einem auch noch auf die Pfötchen treten!); tonnenweise Chlordämpfe; die Hinterlassenschaften sehr junger Menschen im Babybecken; abgestandenes Frittösenfett. Wobei Letzteres auch ganz interessant werden kann, wenn mal eine Pommes auf den Boden fällt. Die verputzt Fritzi dann und nimmt das als Entschädigung an für das schattenfreie, eisverklebte, lärmbelästigte Dasein, dass sie dort führen muss. Manchmal wird sie auch nassgespritzt von vorbeihastenden Leuten oder weil jemand eine wirklich gelungene Arschbombe vollzogen hat. Das macht Fritzi dann Angst. Wer weiß, was unter der Wasseroberfläche lauert.

Der etwas andere Sprung

Wenn Ihnen meine Abneigung, auch nur einen Fuß in ein Freibad zu setzen, jetzt annähernd vor Augen steht, haben Sie mein Problem verstanden. Ich bin einfach nicht glücklich in so einer menschengemachten Oase. Ich bevorzuge im Sommer die Natur. Dann hüpfe ich über Getreidestoppeln (anstatt ins metertiefe Wasser – brr), lasse das Gras meinen Bauch kitzeln und erfreue mich an den kleinen Insekten und Käfern, die meinen Weg kreuzen. Sie sehen, ich bin eher so der Outdoor-Hund. In diesem Sinne,

Ihre Fritzi.

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Ein Beitrag von alphanaut

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