Content Marketing für langweilige Branchen

15. Juni 2015, 10:21 Uhr Geschrieben von Leave your thoughts

Sie haben das Gefühl, Ihre Branche sei zu langweilig, um interessanten und inspirierenden Content zu kreieren? Versuchen Sie es erneut – mit den richtigen Kniffen kann es sich sogar von Vorteil erweisen, spannende Themen nicht auf dem Silbertablett präsentiert zu bekommen. Hier stellen wir Ihnen einige Ideen vor, die auch eher trockenen Gebieten zu gutem Content Marketing verhilft!

Was sind langweilige Branchen?

Was für den einen zum Gähnen langweilig ist, ist das Herzblut eines anderen. Das gilt für jeden Bereich. Gerade spezialisierte Branchen haben oft lebhafte Communities und eine spezielle Experten-Gemeinde, die die Kommunikation ankurbelt. Trotzdem sind es beispielsweise die folgenden Branchen, die sich oft mit dem Stempel „langweilig“ auseinandersetzen müssen:

  • Datenspeicherung
  • Immobilien
  • Versicherung
  • Baugewerbe
  • Landwirtschaft
  • Finanzsektor
  • Pappgeschirr
  • Energie
  • Autovermietung
  • Parken

Dabei findet man gerade hier oftmals wertvollen Content. Dieser muss weder viral sein noch einen Hype kreieren, sondern sich auf solide Inhalte konzentrieren.

Auch Taschentücher rocken!

Ein Beispiel gelungenen Content Marketing bietet unter anderem die bekannte Marke Tempo, die auch mit einer Facebookseite arbeitet.

Im FAQ findet man zum Beispiel Antworten auf alle möglichen Fragen, die rund um Tempo-Taschentücher auftreten können. Tempo wird nicht für die Maschinenwäsche hergestellt. In der Regel überstehen sie aber sogar einen Waschgang in der Waschmaschine. Diese Stärke demonstriert auch die Tempo Kampagne „Tempo sucht die gute Seele“, in dessen Zentrum ein Youtube-Viral steht.

Brainstorming

Wie kann Content um ein auf den ersten Blick relativ sprödes Thema kreiert werden? Was gibt es da überhaupt zu sagen? Und wen soll das interessieren?

Frei nach Karl Lagerfeld („Langeweile erzeugt Kreativität“) müssen zunächst Ideen gesammelt werden. Obwohl manches auf den ersten Blick verwerfbar erscheint, notieren Sie erstmal alles, was Ihnen einfällt. Vor allem auf Einfällen aufbauend, die zu Beginn weniger aufregend erscheinen, können später ansprechende Kampagnen gestartet werden. Teilen Sie die besten Ideen mit Ihrem Team und entwickeln sie vielversprechende Ansätze gemeinsam weiter.

Denken Sie in neuen Bahnen

Die Themen können sich auch etwas weiter um das eigentliche Business herum winden. Einen Bezugspunkt kann man zu verschiedensten Themen finden.

Wenn in oder für Ihr Unternehmen etwas eigenes produziert wird, ist es für andere häufig interessant, zu lernen, wie das geht. Denken Sie z.B. an die „Sendung mit der Maus“.

  • Vielleicht haben Sie (bzw. Ihr Kunde) spezielle Daten zur Branche, die interessant für andere wären oder Sie können Trends aufzeigen. Jedes Unternehmen sammelt Erfahrung, Daten, Wissen. Spüren Sie diese auf und teilen Sie sie.
  • Welches Fach-, Spezialwissen und Know-how ist vorhanden, das geteilt werden kann, ohne den eigenen Wettbewerbsvorteil preiszugeben?

Sie können einfache Anleitungs-Videos, E-Books oder Blog-Beiträge erstellen, die kurze Tutorials bieten, die mit den Themen Ihres Business zu tun haben, ohne dass Sie Informationen, die Ihren Wettbewerbsvorteil ausmachen, verlieren.

Ob Kacheln oder Geräte für die Teichreinigung – fragen Sie sich, warum Ihr Kunde gerade jetzt gerade dieses Produkt kaufen würde. Ein Endkunde arbeitet vermutlich gerade an seinem Haus oder Grundstück. Wer Büromöbel kauft, hat auch hierfür einen guten Grund. Nutzen Sie diese Annahmen über den Kontext, in welchem der Kunde Ihr Produkt nutzt und schaffen Sie hierzu nützliche Wissensprodukte.


 

Wie finde ich faszinierende Themen?

  1. Beschreiben Sie Ihre Persona und Zielgruppensegmente. Denn mit dem ersten, was Sie bei jeder Content-Strategie tun, haben Sie gerade auch bei „langweiligen Branchen“ bereits halb gewonnen. Was interessiert die Persona, also Ihre Zielgruppe? Welche Probleme hat sie? Was treibt sie an?
  2. Nutzen Sie Kreativitäts-Tools wie Mind-Maps zur Ideenfindung. Notieren Sie das Thema als Ausgangspunkt für eine Mind-Map und arbeiten Sie von hier aus weiter. Nutzen Sie Online-Tools, um verbundene Themen zu finden. Verzweigungen und Verästelungen, gerade auch die kleinen und entlegenen, können sich als wichtig erweisen.
  3. Entscheiden Sie, welche Content-Arten die dringensten Fragen der Kunden beantworten. Dies gibt die Richtung vor. Beginnen Sie damit, Themengruppen festzulegen und Haupt-Content-Teile zu erschaffen, daraus können Sie weitere Unterthemen und Spezialthemen ableiten. Das Format folgt aber der Themenplanung und kommt erst im zweiten Schritt.
  4. Hieraus folgt, dass es Zeit für den Redaktionskalender ist.
  5. Führen Sie Interviews mit Experten – nicht zuletzt den Experten im Unternehmen, für das Sie den Content erschaffen. Diese Personen können einen wahren Schatz an Wissen und Themen beherbergen. Finden Sie die interessanten Informationen. Führen Sie echte Interviews wie ein Reporter.
  6. Recherchieren Sie Content, der um die Branche herum veröffentlicht wurde. Stellen Sie die wichtigsten Beiträge für sich selbst zusammen und denken Sie einen Schritt weiter. Finden Sie Lücken und neue Perspektiven.
  7. Fassen Sie bestehenden Content neu. Kreieren Sie hilfreiche Inhalte wie Checklisten, Druckvorlagen, Leitfäden. Oftmals brauchen Sie hierfür nur das Format ändern. Verstreute, verwaiste Inhalte können Sie neu zusammenfassen und oftmals hieraus sogar ein E-Book machen.
  8. Nutzen Sie Social Media Communities und Expertengruppen, um Themen zu finden. LinkedIn-Gruppen sind eine Möglichkeit.
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Ein Beitrag von alphanaut

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